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Bevormundung überwinden
Bevormundung überwinden

Bevormundung ist, wenn wir jemandem die Selbstveranwortung nehmen und gleichzeitig unsere Eigenverantwortung vernachlässigen. Oft neigen wir dazu, andere zu bevormunden um den Blick nicht auf uns selbst richten zu müssen. Hier wirken unbewusste Mechanismen. Wenn wir uns instinktiv für die Gefühle, Gedanken, Entscheidungen, Probleme, das Wohlbefinden und Schicksal anderer verantwortlich fühlen, werden wir automatisch zu Bevormundern. Dadurch schränken wir den Entwicklungsradius anderer ein. Die geistige Welt zeigt hier einen Weg auf, wie wir diesen Bevormundungsmechanismus überwinden können.

Transkription

Nun, es geht hier tatsächlich um das Thema der Macht, das versteckt ist in Fürsorge und einem Gefühl, des sich kümmern Müssens. In Wirklichkeit herrscht hier Machtgefälle vor, wenn ich einem anderen Menschen nicht zutraue, sich um sein eigenes Leben angemessen zu kümmern. Ich fühle mich überlegen und genieße meine Überlegenheit und kaschiere das dann mit vorgetäuschter Mildtätigkeit und Güte. Stelle dir immer wieder die Frage. „Welche Menschen sind es denn, für die ich wahre Verantwortung trage?“

Zuallererst bist da du. Du selbst frage dich: „Werde ich meiner Verantwortung mir selbst gegenüber gerecht?“ Dann blicke dich um, in deine Familie. Dein Partner an deiner Seite, auch ihm oder ihr gegenüber trägst du Verantwortung, aber hier wird es schon schwieriger. Das sich kümmern um den anderen ist etwas liebenswertes und liebevolles. Aber da, wo man sich „kümmert“,  obwohl der andere es aus eigener Kraft schaffen könnte, da ist die Grenze zu setzen. Respektvoller, achtungsvoller Umgang mit dem Partner und auch klare Gespräche über mögliche Aufgabenverteilung helfen hier, den anderen zu respektieren, sich dennoch verantwortlich zu fühlen für das Wohlergehen des Partners in angemessenem Rahmen.

Wenn es die eigenen Kinder betrifft, dann sind minderjährige Kinder in der vollen Verantwortung ihrer Eltern, egal, ob diese zusammen leben oder getrennt sind. Diese Verantwortung darf erst abgegeben werden, wenn die eigenen Kinder ihre Eigenverantwortung übernehmen können, ihren eigenen Weg wunderbar gehen können. Und dann gibt es natürlich erweiterte Verwandtschaft, die alternden Eltern, Freunde, Bekannte, denen es nicht gut geht. Und hier ist nur Handlungsbedarf gegeben, wenn Hilfe gebraucht wird und diese auch zugelassen oder erbeten wird. Alles andere ist Bevormundung, die nicht erwünscht ist. Alles andere sind Ratschläge, die den anderen demütigen unter dem Deckmäntelchen des „Ich kümmere mich um dich.“ Biete deine Hilfe an, wenn du siehst, dass einer dieser Menschen Hilfe benötigen könnte, aber dann zieh dich zurück, wenn du spürst: „Dieser Mensch möchte meine Hilfe nicht, fühlt sich selbst in der Lage, sich um sein Leben zu kümmern.“ Und selbst wenn du wahrnimmst, dass du alles souveräner und überlegter bewerkstelligen könntest für diesen Menschen, der strauchelt, selbst dann halte dich zurück.

Erinnere dich daran, dass jeder Mensch an einem unterschiedlichen Punkt steht in seiner menschlichen Entwicklung und seiner Seelenreife, dass es nicht an dir ist zu entscheiden, wo dieser Mensch steht und wie Probleme gelöst werden könnten. Gib nur Rat, wenn du darum gebeten wirst. Aber was du immer tun kannst ist, diesen Menschen liebevoll und wertschätzend zu unterstützen und für ihn da zu sein, ohne mitwirken zu wollen, wie er oder sie das Leben bewerkstelligen kann oder auch nicht. Halte dich zurück, selbst wenn dieser Mensch strauchelt oder scheitert, denn auch dies sind wertvolle Lernschritte und bringen den Menschen in seine eigene Größe. Bevormundung ist etwas, was einen üblen Geruch in sich trägt und du nimm dir ein Beispiel an einer duftenden Rose. Sondere die Energie, die Worte und Taten ab, die der Liebe entsprechen, die ein wunderbares Umfeld bieten, in dem sich andere Menschen, die straucheln und Schwierigkeiten haben, wohl fühlen können, ohne dass ihnen etwas aufgedrängt wird, übergestülpt wird, ohne dass sie gar nicht als das gesehen werden, das sie sind.

Menschen, die bevormunden, trampeln über andere Menschen, denn sie nehmen nicht wahr, was in bestimmten Situationen wirklich nötig wäre: Guter Zuspruch, ein lauschendes Ohr, Verständnis und Mitgefühl. Stattdessen stülpen sie einem solchen Menschen ihr eigenes Weltbild, ihre eigenen Werte und Ziele über und vergewaltigen diesen Menschen, wollen ihn verbiegen und suggerieren so unterschwellig: „So wie du bist, bist du nicht gut genug. Ich weiß besser, wie du sein könntest.“ Bevormundung ist etwas, was nicht der Liebe entspringt sondern dem Machtempfinden. Und vor allem ist es die Ironie dieser Geschichte und Situation, dass man oft anderen Menschen Ratschläge übermittelt, die man eigentlich auf sich selbst richten könnte und sollte, weil man mit dem Balken im eigenen Auge den Splitter im Auge des anderen viel besser sieht als das eigene, von dem man ablenkt, das man nicht sehen möchte. Aber hier sind die eigentlichen Baustellen eines jeden Menschen. Und so ertappe dich bei jeglicher Bevormundung anderer, auch bei erwachsenen Kindern oder bei den Eltern, mit denen man es nur gut meint. Frage dich dann immer: „Welchen Rat gebe ich? Würde er auch mir gut tun?“ Und so finde in die Demut.

Steige heraus aus dem Gefühl der Überlegenheit und tritt ein in die Balance der Demut vor dem Höheren, das immer auch der beste Platz ist für dich, um still zu werden, dich selbst zu hinterfragen, deine Absichten und Ziele zu hinterfragen und dann mit neuer Ausrichtung wieder in die Welt zu treten, liebevoll und mitfühlend anderen Geschöpfen zu begegnen, zu helfen, wo es nötig ist und diese Hilfe angenommen wird und sich zurückzuhalten, vertrauensvoll darauf zu schauen, dass es anderen Menschen ebenso wie dir gelingt, zusammen mit ihrer geistigen Führung ihr Leben zu bewältigen. Und dann freue dich am Erfolg der anderen.

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Gaby Teroerde

Gaby Teroerde arbeitet seit 10 Jahren als Medium im deutschsprachigen Raum. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet spirituelle Lebenshilfe.

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