Wut Und Hass

Wut und Hass

Gesellschaftlich betrachtet leben wir derzeit in einer Hass- und Wutkultur. Es wird verbal und emotional um sich geschlagen, wobei der gesunde Menschenverstand dabei oft auf der Strecke bleibt.

Wenn man sich in den sozialen Netzwerken umsieht, stößt man auf Hasskommentare in einem bisher noch nie dagewesenen Ausmaß. Woran liegt das? In den vergangenen Jahrzehnten lebten wir in einer vergleichsweise sicheren und stabilen Welt. Kaum jemand musste sich große Sorgen um seine existentiellen Bedürfnisse machen, das politische System schien mehr oder weniger zu funktionieren. Das hat sich grundlegend geändert. Viele Politiker verhalten sich zunehmend irrational, man hat das Gefühl sich auf bisher bewährte Strukturen nicht mehr verlassen zu können. Besonders die Flüchtlingsthematik hat das öffentliche Klima aufgeheizt.

Es ist eine nachvollziehbare Reaktion, dass eine Gesellschaft, die sich auf äußere, rein materielle Sicherheiten stützt, Amok läuft, wenn diese scheinbar zu bröckeln beginnen. Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Die steigende Angst und Verunsicherung bahnt sich ihren Weg und entlädt sich besonders deutlich im Internet, denn hier hat fast jeder eine Stimme, wenn auch eine kleine.

Hass und Wut auf jemand anderen auszulassen machen nur in einem Weltbild Sinn, in dem man sich von seinen Mitmenschen als völlig getrennt wahrnimmt. Man denkt dann: „Ich bin meine Wut los und wie es den anderen dabei geht, geht mich nichts an.“ So wird ein Teufelskreis von verletzen und verletzt werden in Gang gesetzt. Probleme werden dadurch keine gelöst.

Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.

Mahatma Gandhi

Für den spirituellen Menschen ist jetzt eine Zeit der Bewährung. Er weiß, dass wir alle auf einer höheren Ebene miteinander verbunden sind.

Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.

Mahatma Gandhi

In diesem Bewusstsein wird er sich bemühen, andere nicht zu verletzen, um sich selbst nicht zu schaden. Negative emotionale Energien verursachen Traumata, die mühsam wieder geheilt werden müssen. Deswegen wird der spirituelle Mensch zuerst seinen Blick nach innen richten und sich fragen, ob in ihm diese negativen Emotionen auch aufkeimen. Wenn ja, dann wird er an sich arbeiten, denn wenn er keine irrigen Glaubenssätze in sich trüge, würden sich diese Gefühle erst gar nicht in ihm regen.

Indem er mit sich selbst im Reinen ist, trägt er nicht zur äußeren Verbreitung von Hass- und Wutenergien bei. Für ihn sind die aufgeregten Debatten und Streitgespräche wie ein Sturm, der an ihm vorüberzieht und ihn unbeschadet lässt. Er bleibt bei sich und konzentriert sich auf das Wesentliche: Die positiven Energien in sich selbst zu nähren und zu bewahren, unabhängig davon, welche Stimmung gerade in der Welt herrscht.

Durch den Entzug von negativer Energie und die Kultivierung von positiver Energie leistet er einen wertvollen Beitrag zur Besänftigung des Gesamtsystems. Damit unterbricht er den Teufelskreis. In einer Zeit allgemeiner Unruhe und Verunsicherung braucht es Menschen, die inneren Frieden und Stabilität ausstrahlen. Diese Qualitäten sind letztlich nur in uns selbst zu finden.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Mahatma Gandhi

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Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder Tradition an. Er studierte Physik, Politikwissenschaft und Soziologie. Nach einem einschneidenden spirituellen Erlebnis im Jahre 1990 veränderte sich sein Leben grundlegend.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Liebe Gaby, lieber Siegfried,
    vielen Dank für diese Information. Ich finde es immer wieder spannend, wie die Themen gleichzeitig in meinem Bereich und auch bei Euch auftreten. :-)
    Ich begegne immer wieder Menschen, auch wieder gestern, die einen emotionalen Anspruch auf Versorgung haben. Konkret ist es so, dass sich jemand für meinen Geschmack überproportional darüber beschwert hat, dass nach 22:00 die Waschmaschine angemacht wurde. Anstatt einen Zettel zur GemeinschaftsWaMa zu legen, mit der Bitte um Einhaltung der Ruhezeiten, scheint es wichtiger kund zu tun, nicht versorgt zu werden…
    Mir Scheint ein positiven Nutzen davon zu haben ein Problem nicht lösen zu können.
    Dahinter ist auf einer anderen Ebene das Kund tun, eine Entscheidung, eine Opferrolle zu leben / besitzen… Wieder das Thema keine Energie… Wenn ich ihr Problem lösen würde, entziehe ich ihr die Opferrolle, und ein Befriedigung der Manipulation (Macht) kommt ihrerseits zum Ausdruck…

    Die Lösung, meines Erachtens ist: Selbstwirksamkeit – Also den Verstand nutzen, eigene Probleme / Spannungen in sich WAHR zu nehmen, durch Schaffung des Heilungs-Raumes sich mit den inneren Bildern und Assoziationen zu beschäftigen und Schritte zur „Verbindung“ und Verzeihens zu gehen… Dann wird es möglich sein eine Freiheit des inneren Raumes zu erleben. Alles andere wird auf längere Sicht nicht haltbar sein…
    Leider…? Oder zum Glück…?
    Spannend bleibt es allemal…
    Gruß Marc

  2. Ja, das ist gut beschrieben. Viele Menschen die z.B. in Deutschland leben, haben sich über ihr Sozialsystem immer mehr abhängig von materiellen Sicherheiten gemacht. Es werden zudem Menschen angezogen, die dort primär auch über die finanzielle Versorgung eine Sicherheit suchen, die aber letztendlich auch nur eine Abhängigkeit ist. Daher haben sich diese Energien in Deutschland weiter verstärkt. In anderen Ländern sind das andere materielle Werte als Sicherheit. Das ganze hat System und es ist zu einer Ersatzreligion geworden….“geheiligt werden die Umsatzzahlen“… Es wird auf der anderen Seite aber immer mehr offensichtlich, dass diese Sicherheit eine Illusion ist. Viele sind sich über ihren wahren Wert als Mensch gar nicht bewusst. Die Verhaltens- und Denkmuster sitzen sehr fest und das zeigen diese negativen Emotionen. Meiner Meinung nach, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis sich wirklich etwas verändern wird.

  3. Wenn der Gescheitere immer nachgibt – hat der Dümmere gewonnen.

    Hass und Wut enstehen wegen Ohnmacht und wegen Chancenlosigkeit. Aber auch wenn plötzlich Gesetze nicht mehr für alle gelten, wenn der eine 45 Jahre ins System einzahlen muss und dann einer kommt der gleich was rauskriegt. Dazu gehört auch die Halbwahrheiten in der Presse und das Drehen und Wenden von Statistiken.

    Gewalt ist auch eine Sache die hierzulande eher weniger als Lösung gesehen wird, aber durch die Flüchtlinge, natürlich nicht alle, aber überproportional viel, wurde Gewalt ins eigene Land geholt. Meine Güte und bei aller Menschenliebe, müssen wir unsere Frauen, Kinder und uns selbst solchen Gefahren aussetzen? Viel könnte man hier anführen, noch sehr viel. Gleiches Recht für Alle. Gilt der Schutz von Kindern oder gilt er nicht, wenn zum Beispiel Kinderehen anerkannt werden. Hass und Wut zeigen oft die Macht- und Wehrlosigkeit der Mehrheitsbevölkerung.

    Mit mentalen Methoden daran zu arbeiten ist natürlich wichtig, deshalb bin ich selbst Mentaltrainer geworden. Dennoch darf man nicht das Augenmaß vergessen und verschweigen welcher Hass auch der Mehrheitsbevölkerung entgegenschläft. Schaut selbst in slamische oder arabische Foren, da gehen einem nämlich erst die Augen auf.

    Sicher, ich stimme auch damit überein, dass bei uns der Materialismus viel zu weit geht. Aber selbst die besten geistigen Techniken kriegt man nur für Geld, weil jeder seinen Lebensunterhalt erwirtschaften muss. Fast jeder um genau zu sein.

    Ich hasse niemand und ich mag auch Gewalt nicht, aber ich bin auch nicht gewillt das alles so hinzunehmen wie versucht wird es mir aufzuzwingen. Erst wenn die Wurzel des Übels gezogen wird, kann es besser werden. Was nun die wirkliche Wurzel von Hass und Wut ist, darüber scheiden sich die Geister.

  4. Ich denke man sollte zunächst einmal zwischen Hass und Wut differenzieren. Letztere ist durchweg positiv, wenn sie bewusst als ein lebensbejahender Impuls erkannt und entsprechend kanalisiert wird. Gerade für Menschen die lange in der Opferrolle waren, ist es wichtig Wut zuzulassen, um ihre eigenen Grenzen wiederherzustellen und sich auf- und auszurichten, statt vermeintich lichtvoll und positiv immer alles zu erdulden und brav mit dem Strom zu schwimmen. So ist auch Wut letztendlich ein Ausdruck von LIEBE und hat einen ordnenden und ausgleichenden Effekt. Archetypische Figuren wie die Göttin Kali erinnern uns an diese gefangene Kraft in uns, diesen heiligen Zorn, vor dem wir allzuoft zurückschrecken, aus Angst ausgegrenzt und nicht geliebt zu werden, wenn wir für uns selbst und das was uns wichtig ist einstehen. Dabei verkennen wir die Tatsache, dass sich hinter eben dieser Wut, nichts anderes verbirgt als die zurückgehaltene Liebe zu uns selbst. Wut sprengt die Ketten unserer eigebildeten Ohnmacht, unserer sozialen Konditionierungen und co-abhängigen Verstrickungen. Sie ist die Abrissbirne und der Schienenräumer auf unserem Weg. Sie zerstört das Alte und schafft Raum für das Neue. Und sie wird nicht schöner, wenn man sie gähren lässt. Hass ist unterdrückte Wut, Wut ist unterdrückte Liebe. LIEBE IST und sie wird immer einen Weg finden sich auszudrücken, egal ob das unseren begrenzten Moral- und Wertvorstellen entspricht oder nicht. Letztendlich stehen wir da wo wir stehen, individuell wie kollektiv und da hat sich einiges angestaut. Wir werden in diesem Heilungsprozess nicht drumrum kommen, diese dunklen Gefühlswelten Schicht für Schicht sichtbar werden zu lassen und zu integrieren. Nur so können wir wieder ganz werden.

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