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Gott und Göttin

Vor mehr als fünf Jahren habe ich hier das grundlegende Schöpfungsprinzip der Polarität erläutert. Es besagt, dass unsere ganze physische Erfahrungswelt aus Polaritätspaaren aufgebaut ist: oben-unten, heiss-kalt, innen-außen, links-rechts, weich-hart, laut-leise, hässlich-schön, plus-minus, usw. Dass dieses Prinzip die Grundlage der Schöpfung ist, ist schon in der Genesis zu lesen. Die Bibel beginnt mit den Worten: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Weiter folgt: „Gott schied das Licht von der Finsternis“, „Gott schied das Wasser vom Land“ usw. Schließlich schuf Gott den Menschen als Mann und Frau, als verkörpertes Polaritätspaar. Ich denke, dass die Genesis nicht wortwörtlich zu nehmen ist, versteht sich von selbst.

Aber zurück zum Thema Gott und Göttin. Wir wissen, dass jeder Mensch einzigartig ist. Darüber hinaus ist Frau nicht gleich Frau und Mann nicht gleich Mann. Manche Männer haben ein betont maskulines Wesen, während andere durchaus auch weibliche Charakterzüge tragen. Gleiches ist analog bei den Frauen zu beobachten. Unser körperliches Geschlecht sagt also noch nicht sonderlich viel darüber aus, wie wir unsere feminine und maskuline Seite leben.

Auf feinstofflicher Ebene spricht man vom männlichen und weiblichen Prinzip. Die beiden Prinzipien lassen sich wie folgt charakterisieren:

Männliches Prinzip: aktiv, strukturiert, logisch, Kopf, linke Gehirnhälfte, Funktionalität, Kraft, rational

Weibliches Prinzip: annehmend, intuitiv, Herz, rechte Gehirnhälfte, Schönheit, gebärend, nährend, emotional

Beide Prinzipien stehen nach dem Gesetz der Polarität gleichwertig nebeneinander. In jedem von uns, egal ob Mann oder Frau, wirken beide Prinzipien, jedoch mit unterschiedlicher Ausprägung. Tendenziell ist das weibliche Prinzip in Frauen naturgemäß stärker ausgeprägt und das männliche mehr in Männern. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auf körperlicher Ebene sind wir also ein Pol, Mann oder Frau, auf Seelenebene tragen wir hingegen beides in uns und wir haben die Möglichkeit, mit den beiden Prinzipien zu experimentieren, die Gewichtung nach Belieben in die eine oder andere Richtung zu verschieben. Dadurch eröffnen sich uns schier unendliche Erfahrungsspielräume.

Das Leben ist eine endlose Kette von Erfahrungen. Durch sie kann sich die Seele entwickeln und ihrer Bestimmung entgegenstreben: der vollen Entfaltung und harmonischen Verbindung beider Prinzipien. Dieser Prozess geht nicht über Nacht. Er zieht sich über unzählige Inkarnationen und wird im zwischenmenschlichen Beziehungsalltag erlebt. Soziale Interaktion macht männliches und weibliches Prinzip sichtbar. Die Seelen beeinflussen sich gegenseitig und gehen in Resonanz oder auch in Konflikt mit den Aspekten des Gegenübers.

Zwei Menschen können sich gegenseitig zeigen, wo ein Ungleichgewicht besteht. Wenn ein Mann zum Beispiel erkennt, dass seine emotionale Seite unterentwickelt ist, so kann er von seinem weiblichen Gegenüber lernen, sich bewusst auf seine Gefühle einzulassen. Wenn eine Frau erkennt, dass sie häufig zu emotional agiert, so kann sie bewusst mehr reflektieren, wie ihr dies vielleicht vom männlichen Partner vorgelebt wird.

So kann eine Partnerschaft die spirituelle Entwicklung jedes Beteiligten stark fördern. Eine Frau kann einem Mann durch ihr bloßes Sein dabei helfen, seinen weiblichen Aspekt verstärkt zu leben. Er muss allerdings bereit sein, ihn wahrzunehmen und ihn zuzulassen. Vielen Männern bereitet es Angst, sich auf ihre Gefühle einzulassen, denn sie setzen irrtümlicher Weise Gefühle mit Schwäche gleich. Es braucht Mut, sich von einem Macho zu einem gefühlvollen Mann zu entwickeln. Gelingt es jedoch, so wird er zu einem kompletteren Menschen, denn seine Männlichkeit büßt er ja dadurch nicht ein. Umgekehrt gibt es nichts reizvolleres, als eine Frau, die sich ihrer innewohnenden Kraft bewusst ist und dennoch ihre Feinfühligkeit und Sanftheit lebt. Dieser Prozess setzt sich in der Seele soweit fort, bis die Grenzen zwischen beiden Prinzipien immer mehr verschwimmen und schließlich ganz verschwinden. Die Seele wird sich ihrer eigenen Göttlichkeit gewahr. Die Polarität hat ihren Zweck erfüllt. An ihre Stelle tritt die Einheit.

Männliches und weibliches Prinzip in der Gesellschaft

Lassen Sie uns ein Beispiel durchspielen: Wenn das männliche Prinzip einen Hausbau plant, wird alles durchdacht und berechnet. Schritt für Schritt wird es erbaut, es wird stabil stehen, Strom und Wasserinstallationen werden einwandfrei funktionieren. Aber wird dieses Haus auch Gemütlichkeit ausstrahlen? Ohne den Schönheitssinn des weiblichen Prinzips wird es eher kalt und abweisend wirken und nicht zum Wohlfühlen einladen. Erst eine ansprechende Inneneinrichtung, Blumen, Farben, Düfte, Vorhänge, usw. machen aus dem Haus ein gemütliches Heim. Müsste das weibliche Prinzip jedoch ein Haus von Grund auf bauen, so wäre es vermutlich wunderschön, nur ist nicht unbedingt gewährleistet, dass technisch alles funktioniert. Nur wenn beide Prinzipien harmonisch zusammenwirken, wird das Haus allen Ansprüchen gerecht werden. Es wird funktionell sein und schön.

Unsere Gesellschaft lässt sich ebenfalls aus diesem Blickwinkel betrachten. Dabei ist unschwer zu erkennen, dass das Männliche größeren Anteil an der Gestaltung unserer Welt hat, als das Weibliche. Die wichtigen gesellschaftlichen Positionen sind überwiegend von Männern besetzt. Die Wissenschaft und die Technik sind Männerdomänen. In ihnen geht es um Logik, Vernunft, Rationalität und Funktionalität. So kommt es, dass wir in einer technokratischen Gesellschaft leben. Technik bestimmt unser Leben. Sie konnte sich rasant entwickeln, gleichzeitig haben wir uns in einem Netz von Sachzwängen verfangen.

Wir spüren immer mehr, dass etwas fehlt, dass etwas übersehen wurde. Trotz technologischen Fortschrittes und rationalisierter Gesellschaftssysteme leben wir in einem Klima zunehmender sozialer Kälte. Kriege werden von Männern geführt. Wettbewerb und Konkurrenz werden als Ideale angepriesen. Dies führt wiederum dazu, dass nicht nachhaltig gewirtschaftet wird. Ausbeutung der Ressourcen und Umweltzerstörung sind die Folge. Das weibliche Prinzip wirkt dem entgegen: Es gebärt Leben, erhält, schützt und fördert es. Leider hat es in unserer aktuellen Situation zu wenig Gewicht.

Die negativen Auswirkungen der männlichen Dominanz auf unserem Planeten sind nicht zu übersehen. Um dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen, ist es dringend notwendig, dass das Weibliche mit seinen Qualitäten wieder seinen gebührenden Stellenwert bekommt. Das Leben muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht das Geld. Das Gesellschaftssystem muss wieder unserem Wohl dienen, anstatt dass wir die Zwänge eines zunehmend unmenschlichen Systems bedienen müssen. Das Leben in all seinen Ausprägungen muss seine Würde wieder zurückerhalten.

Wir haben mit Erzengel Gabriel gesprochen, der uns zum Thema Gott und Göttin sehr Aufschlussreiches zu sagen hatte. Seine Botschaft können Sie hier in voller Länge kostenlos hören und sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=iVb2VbRJIzQ

Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

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Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Hallo liebes Bewusstseinsprung – Team,

    beim Anhören des Channelings von Erzengel Gabriel wurde ich skeptisch, wegen des Erwähnens der Führung/Führung/Begleitung. Einzige Autorität ist dann Gott. Gott wird über seinen Schöpfungsrahmen wirksam und durch diesen lernt der „noch kleine Erwachsene“ dann die Grenzen der Schöpfung in gesunder weise einzuhalten, so dass niemand darunter zu leiden hat. Er lernt allmählich vom Temperament her nicht zu feurig zu sein (Entfernung von der Welt, z.B. allzu abgehobene Spiritualität) und nicht zu erdverhaftet (gebunden sein an die Welt, z.B. teuflisch, bzw. = gebunden sein an vorgaben bzw. befehle von jemand anderem, wie etwa z.B. die Eltern). (Meiner Ansicht nach ist ein „sich über das Kind stellen“ ein Fehler, mit evtl. fatalen Folgen). Dann können Veränderungen möglich werden, so dass dadurch Menschen zu Harmonie, Freude und Frieden erwachen, so, wie Jesus es sich für die Menschheit gewünscht hat. Grund dafür ist, dass man in Babys und den Kindern die Schöpfung Gottes, bewusst erkennt (seiner Form ähnlich, also sanftmütig und gewissermaßen eingeschränkt wegen der Begrenztheit der Sinneswahrnehmungsfähigkeit). ). Ich finde ein eventuelles, (mehr oder weniger unbewusstes) Hineinprojizieren von Schuld aus vorigem Leben in die Kinder bedenklich, weil daraus eine positive Entwicklung eher verhindert wird. Die Arbeit mit dem bisherigen entstandenen seelischen Dasein der Menschheit ist irgendwo doch auch katastrophal, z.B. Habgier, Selbstsucht, Spaltung in Gut und Böse. Eine positive Einstellung, vor allem Kindern gegenüber, kann viel mehr zur psychischen und physischen Gesundheit für spätere Generationen beitragen.

    Das Paradies war der Anfang und soll wohl auch wieder das Ziel sein, mit zusätzlichen kulturellen Errungenschaften wie z.B. Musik, Poesie, Architektur, Technik, Landbau, Psychologie, usw., welche in gesunder Form geschaffen werden können. Wie kann der Weg dorthin gegangen werden? In dem man die Kindheit nicht beachtet, bzw. mehr oder weniger als unwichtig verdrängt? Wie evtl. auch die eigene, vielleicht verdrängte und nicht aufgearbeitete. Die Kinder spiegeln im Prinzip das Umfeld in dem sie aufwachsen, was ein Aufarbeiten von vergangenem eigentlich schon auch erfordert. Je nach dem um welche Art der Versagung es sich handelt, also
    * wenn man unterdrückt wird, wird es Zorn sein in erster Linie (Zorn = heftiger Unwille über etwas, was man als Unrecht empfindet oder was den eigenen Wünschen zuwiderläuft),
    * wenn man ungenügend befriedigt wird, wird es Schmerz sein (1. durch Krankheit, Verletzung o.ä. ausgelöste, sehr unangenehme körperliche Empfindung; 2. tiefe seelische Bedrückung; Kummer, Leid)
    * und wenn man Verlust an Lebensmöglichkeiten oder Beziehungsmöglichkeiten hat wird es vor allen Dingen Trauer sein (seelischer Schmerz über einen Verlust oder ein Unglück).
    Wenn Menschen auf dieses unvermeidbare Leiden gefühlsmäßig auf dieser Art und Weise reagieren können dann müssen sie keine Fehlentwicklungen erleiden, sondern können in einem großen Umfang gesund bleiben. Möglichkeiten sind evtl. mit Musik, oder in Kissen schlagen, oder ähnliches. Wichtig ist, dass dabei niemand anderem ein Leid zugefügt wird. So wird wohl das erfahrene Leid Schmerz und / oder Zorn bewirken und über Trauer erlöst werden. Selten ein Schaden ohne Nutzen: Die eigene Lebenserfahrung schafft Verständnis für das Leid in der Welt und fördert ein respektvolleres, wertschätzendes begegnen der Schöpfung, so, dass dann sogar kleinere und auch alltägliche Dinge im Leben wieder Freude bereiten, wie z.B. die Form und Farbe einer Kaffeetasse oder Kaffeebechers, oder einer Kartoffel, welche ja auch irgendwo herkommen, seien sie noch so schlicht. ( bewusstsein-gesund.de.)

    Liebe Grüße,
    Werner Schulz

  2. ohne Polarität existiert NICHTS !!!

    ohne Schatten kein Licht
    ohne hell kein dunkel
    ohne heiß kein kalt
    ohne Hass keine Liebe
    ohne gut kein böse
    ohne Angst kein Mut
    ohne hart kein weich
    ohne Krieg kein Frieden
    ohne Plus kein Minus
    ohne links kein rechts
    ohne Seele keine Materie
    …………………
    und umgekehrt

    Wenn alle Polaritäten aufgelöst, also jeweils eine Seite der Pole bzw. Gegenpole vollkommen verschwinden würden, versinkt das Universum und alles Seiende wieder im NICHTS !!!

    1. Keine Sorge, lieber Herr „Skeptiker“. Die Polarität wird es noch sehr sehr lange geben, denn es gibt noch viele viele Seelen die noch einen sehr sehr langen Entwicklungsweg vor sich haben. Abgesehen davon sind Hass und Liebe, Angst und Mut, Krieg und Frieden keine Polaritätspaare. Das sind Dualitätspaare, die nicht in Harmonie gebracht werden können. Wenn man schon skeptisch ist, sollte man zumindest wissen, wovon man spricht.

      1. Danke Siegfried, jetzt hast Du mir wieder eine Antwort gegeben. Hoffentlich denkst Du jetzt nicht, dass ich dumm bin, aber ich hab mich ernsthaft gefragt was der Unterschied zwischen Polarität und Dualität ist. Jetzt weiß ichs -:) Hab halt nicht Physik studiert. Ich glaube, dass Angst und Mut gar nicht unbedingt Gegensätze sind, denn ich habe gelernt, dass Mut nicht Abwesenheit von Angst ist, sondern im Gegenteil: Mut bedeutet TROTZ Angst etwas zu tun. Danke für Deine Aufklärung. Herzlich Karin aus Günzburg

      2. Hallo Siegfried,
        ich habe mich sehr über Deinen Kommentar zu ‚Skeptiker‘ gefreut, da sich endlich mal jemand die Mühe macht, klar zwischen Dualität und Polarität zu unterscheiden. Zwar habe ich die Begriffsbestimmungen genau umgekehrt gelernt – Dualität als etwas (ethisch neutrales) Komplementäres; im Gegensatz zu Polarität, was letztendlich der Gegensatz zwischen dem Angst- und Liebespol ist. Aber egal wie rum man die Begtriffe definiert – Dualität und Polarität werden leider nur zu oft gleichgesetzt. Zwei der unangenehmen Konsequenzen dieser Gleichsetzung: a) keine Unterscheidung zwischen ethisch neutralen und eben nicht neutralen Dingen, und b) Abwertung des Yin-Pols und damit eine Verstärkung dessen, was sowieso schon gesellschaftlich schief läuft und so viel Leid erzeugt.
        Danke!

      3. Danke Heike!
        Es ist so, wie Du sagst, dass Begriffe meist gleichgesetzt oder ungenau verwendet werden. Das Ergebnis sind Missverständnisse und Verwirrung. Ich bin immer um Klarheit bemüht, soweit das eben mit den Einschränkungen der Sprache möglich ist. Der Begriff „Polarität“ zum Beispiel hat viele Bedeutungen. Siehe:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Polarit%C3%A4t
        Ich beziehe mich in meinem Artikel auf die philosophische Deutung: „Polarität ist ein Ausdruck der Philosophie für das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen und die nicht antagonistische Form des Dualismus. Bei der Polarität geht es nicht um einen unvereinbaren Gegensatz, sondern um ein komplementäres Verhältnis.“
        http://de.wikipedia.org/wiki/Polarit%C3%A4t_(Philosophie)
        Ich denke, damit ist die Sache klar.

  3. Hallo!

    Heute habe ich einmal etwas Nützliches im Fernsehen gesehen. Begrünung in den Städten auf den Dächern, aber auch auf brachliegenden Flächen. Und so kommen mit Pflanzen mehr weibliche Energien in die Städte. Und somit mehr Harmonie und Frieden. Es ist unser göttliches Recht in dieser Harmonie zu leben. Es freut mich so, daß es solch weise Menschen gibt, die dieses fördern. Ein jeder Mensch zählt hier und wenn er sich nur die Kräuter auf dem Balkon anbaut. Sogar Bäume werden auf manchen Dächern gepflanzt.

    Ich selbst habe begonnen Erdbeerblätter und Himbeerblätter für den Winter als Tee zu sammeln. Auf der Wiese gibt es auch viele Kräuter. Hierzu mehr unter essbare Wiesenkräuter (Internet), damit man lernt gesund zu leben. Momentan haben wir in Deutschland und Österreich Hochwasser und im Mai Hagel. Da wird es immer wichtiger selbst die Lebensmitteln anzubauen, damit man unabhängiger wird. Ich denke der viele Regen und das Hochwasser ist ein Symbol dafür, das wir Menschen selbst beginnen unsere Trauer, Wut aufarbeiten und loslassen.
    Und hier sieht man wieder wie wichtig das Zusammenhalten ist.

    LIcht und LIebe

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