skip to Main Content
Das Schwert der Unterscheidung

Der folgende Text behandelt eine grundlegende Thematik, die immer wieder für Verwirrung und Unstimmigkeiten im Bereich der Spiritualität sorgt. Ich werde hier versuchen, sie so gründlich und präzise wie möglich zu behandeln. Es geht um die Frage, wie man als bewusster Wanderer auf dem spirituellen Pfad mit den dunklen Seiten dieser Welt umgehen soll.

Viele spirituelle Menschen stellt diese Herausforderung vor schier unlösbare Probleme. Soll ich die Dunkelheit ignorieren, um ihr keine Energie zu schenken oder soll ich mich voll in sie hineinstürzen? Somit haben wir auch schon die beiden extremen Haltungen dieser Polarität definiert. Man könnte sie vereinfacht als „Realitätsflüchtlinge“ und die „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnen.

Die „Realitätsflüchtlinge“ wollen alles durch die rosarote Brille sehen, schweben immer auf einer Wolke, verdrängen die unangenehmen Tatsachen dieser Welt. Sie sind Menschen, die scheinbar immer nur positiv denken und gar nicht bemerken, dass sie sich permanent selbst belügen. Viele im Bereich der Esoterik sind in diese Falle getappt. Ihnen fehlt schlicht und einfach der Kontakt zum Boden. Sie sind nicht geerdet und suchen „Erlösung“ in der Flucht aus der unangenehmen Realität. Die Psychoanalyse bezeichnet dieses Verhalten als Verdrängung. Über kurz oder lang führt jede beständige Verdrängung zu Neurosen.

Das andere Extrem sind die „Verschwörungstheoretiker“, welche nur die negativen Seiten dieser Welt sehen und glauben, hinter allem und jedem steckt das Böse. Sie beschäftigen sich fast ausschließlich mit furchterregenden Themen, von denen manche jeder Realität entbehren. Ihnen wäre es am liebsten, wenn die Welt schon morgen unterginge. Unbewusst suchen sie die Erlösung in der Apokalypse. Die Psychologie bezeichnet solche Wahnvorstellungen als Paranoia.

Die Gefahr, in eine der beiden weltanschaulichen Fallen zu geraten ist beträchtlich. Im Laufe der Jahre meiner Arbeit mit Menschen sind mir viele begegnet, die den einen oder anderen Irrweg gegangen sind. Das ist ein ganz normaler Aspekt der spirituellen Entwicklung. Ja, ich denke sogar, dass viele Seelen sich regelrecht verirren müssen, um nach Erkenntnis des Irrtums den richtigen Weg umso klarer vor sich zu sehen. Wenn eine Seele in eine dieser Fallen tappt, bedeutet das ja noch nicht, dass sie auf ewig verloren ist. „Panta rhei“ – „Alles fließt“. Das Leben bietet uns in jedem Moment die Möglichkeit, eine neue Richtung einzuschlagen, wenn wir es nur wollen.

Die Balance finden

Wie sollte ich mich jetzt aber im gegenwärtigen Umfeld richtig verhalten? Wie sollte ich mit negativen Fakten, die real sind, die sich nicht wegmeditieren lassen, die sich durch positives Denken nicht (sofort) auflösen lassen, die sich durch einen Smiley-Sticker nicht verbergen lassen, umgehen? Die beiden Extremhaltungen „Realitätsflüchtling“ und „Verschwörungstheoretiker“ sind also im Sinne der spirituellen Entwicklungen Abwege. Wie so oft liegt die Wahrheit also irgendwo dazwischen. Das rechte Maß zu finden ist jedoch gar nicht so einfach.

Die Fähigkeit, Dunkelheit von Licht, Irrtum von Wahrheit zu unterscheiden wird in der Spiritualität das „Schwert der Unterscheidung“ genannt. Das Schwert der Unterscheidung wird im Laufe der Seelenentwicklung durch Erfahrung und Einsicht geschärft. Am Beginn des spirituellen Weges tappen wir noch wie Blinde umher und fallen in die eine oder andere Grube. Durch diese Erfahrungen lernen wir über die Jahre, Jahrzehnte und Inkarnationen dazu und entwickeln die Fähigkeit, uns über das dünne Eis des geistigen Entwicklungspfades zu bewegen, ohne einzubrechen.

Das Schwert der Unterscheidung ist eine tief aus unserer Seele kommende Stimme. Zart und zurückhaltend weist sie uns in jeder Lage unseres Lebens den Weg. Wir können ihr folgen, müssen es aber nicht. In der Tat folgen ihr nur wenige. Bei den meisten wird diese leise Stimme vom wesentlich lauteren Verstand, anerzogenen Glaubensmustern oder der Meinung anderer übertönt. Wir laufen so lange von Enttäuschung zu Enttäuschung, bis wir schließlich einsehen, dass wir am besten fahren, wenn wir den Mut aufbringen, endlich dieser zarten Stimme zu vertrauen. Hierin liegt der Schlüssel aller spirituellen Entwicklung.

Um es noch deutlicher auf den Punkt zu bringen: Die Stimme der Seele spricht zu uns durch tiefe Gefühle. Wenn diese Gefühle in Form von Unruhe, Aggression, Wut, oder ähnlichem auftauchen, ist das emotionale Gleichgewicht gestört und eine seelische Neuausrichtung ist notwendig. Wenn aus der Tiefe hingegen Gefühle von Harmonie, Heiterkeit oder gar Liebe auftauchen, so ist das emotionale Gleichgewicht hergestellt und wir befinden uns auf dem richtigen Weg.

Blicken wir also wieder auf die Außenwelt. Solange wir mit angenehmen, aufbauenden Themen konfrontiert sind, haben wir kein Problem. Der äußere Reiz erzeugt sofort eine positive Resonanz in unseren Herzen. Alles ist im Lot. Gefordert sind wir erst, wenn wir mit schockierenden Tatsachen konfrontiert werden. Im ersten Moment wird uns ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Keine Frage, dass man sich zuerst einmal schlecht fühlt, aber wie sollte man mit dem Thema umgehen, nachdem sich der erste Schock gelegt hat?

Hier ist es wichtig zu verstehen, dass die Außenwelt als Trainingsfeld für die Seelenentwicklung dient. Alles Negative, das von Außen kommt, fordert uns heraus, das Positive in uns selbst zu suchen und zu stärken. Nur so können wir im Laufe der Zeit in unsere eigene Kraft und Größe kommen.

Das beste ist also, offenen Auges und klaren Verstandes zu sehen, was in der Welt geschieht, sich jedoch davon emotional nicht nach unten ziehen zu lassen. So kann man als spiritueller Mensch einerseits Realitätsnähe bewahren und andererseits einer positiven Lebenseinstellung gerecht werden.

Es ist zugegebenermaßen eine Kunst, die dunklen Seiten unserer Welt zu akzeptieren und trotzdem eine positive Haltung zu bewahren. Wir sind aufgerufen, diese Kunst zu erlernen. Diese Herausforderung immer wieder anzunehmen ist ein integrativer Teil jeglicher spirituellen Entwicklung.

Wir haben zu diesem wichtigen Thema ein mediales Gespräch mit Saint Germain geführt, welches Sie hier hören können:

Endlich glücklich!
Wegweiser in ein erfülltes Leben

TRANSKRIPTION

St.Germain, wir begrüßen dich! 

Und mein Gruß geht an euch, ihr Lieben.

Wir würden heute gerne mit dir über ein grundlegendes spirituelles Problem sprechen. In der Welt passieren sehr viele negative Dinge, unerfreuliche Dinge. Wie sollten wir damit umgehen? Wir schwanken zwischen diesen Dingen volle Aufmerksamkeit zu schenken und dem anderen Extrem, sie zu ignorieren. Was schlägst du vor? Wie können wir damit am besten umgehen? 

Mit einer Herangehensweise, die beides einschließt. Ihr sollt natürlich offenen Auges diese Welt betrachten und alles was passiert in ihr, aber eure Gewichtung, euer Fokus sollte eher auf euch liegen. Es ist das eine, etwas kühlen Kopfes zu betrachten und informiert zu sein und das andere, völlig emotional sich hinein binden zu lassen in äußere Geschehnisse, in Kriege, die in fernen Erdteilen vonstatten gehen, sich Sorgen zu machen, sich zu ängstigen, völlig überwältigt zu sein von seinen Emotionen. Denn, was dann geschieht ist, dass ihr euren Fokus, eure Energie und eure Aufmerksamkeit ins Außen richtet.

Eure Energie verpufft sozusagen, statt dass ihr sie bei euch behaltet, statt dass ihr euch damit begnügt, bei euch zu sein, in einer guten Energie zu schwingen. Das heißt nicht, dass ihr herzlos seid, denn nur so seid ihr auch wirklich handlungsfähig. Gebete bewirken etwas, wenn ihr in euch ruht, in Anbindung an die göttliche Kraft geht in eurer täglichen Meditation, dann seid ihr sozusagen energiegeladen und könnt abgeben. Dann könnt ihr gute Gedanken auf Situationen richten, die schlimm sind im Äußeren. Da wo ihr handeln könnt, habt ihr dann auch die Kraft ganz fokussiert zu agieren. Da wo ihr nicht handeln könnt, nichts bewegen und verändern könnt, weil es nicht in eurer Verantwortung liegt oder in eurer Reichweite, da könnt ihr nur mit guten Gedanken und dem Senden von Liebe wirken.

Es gibt Kriege, die sich gar nicht so weit von uns entfernt abspielen. Es gäbe die Möglichkeit, irgendwie aktiv zu werden. Ist es jetzt besser, die Dinge laufen zu lassen und nicht zu agieren oder sollte man zum Beispiel spenden oder die Patenschaft für ein Kind übernehmen oder Ähnliches? 

Ihr Lieben. Es sind solche Geschehnisse außerhalb eurer Reichweite. Wenn man es mit alltäglichen Augen betrachtet, seid ihr handlungsunfähig, aber wenn ihr es aus der übergeordneten Sicht betrachtet, dann geht es hier um ein Spiel von Krieg und Frieden, von Licht und Dunkel und hier seid ihr alles andere als hilflos. Denn wenn ihr in eurem Einflussbereich, in eurem eigenen Leben darauf achtet, der Frieden zu sein dann speist ihr etwas in das globale Feld ein, was lichtvoll ist, was somit alles weitere Lichtvolle nährt und bekräftigt.

Ihr seid also in der Lage, durch eure eigene innere Ausrichtung den Frieden zu stärken und somit diesen kriegerischen Energien eure Aufmerksamkeit zu entziehen, denn Aufmerksamkeit ist Energie. Hungert das aus, was ihr nicht wollt, dass es stärker wird und lebt den Gegenpol des Lichtes. Seid friedlich, in euch, in eurer Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz. Seid liebevoll, seid lichtvoll! Solche Lichtfunken, die ihr dann seid, machen einen Unterschied.

Du sagst, wo die Aufmerksamkeit hin geht, dort strömt auch die Energie hin. Heißt das jetzt konkret, dass wir uns keine Nachrichten mehr ansehen sollten, in denen es um Krieg geht, um Zerstörung, um menschliches Leid? 

Wir raten euch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und die Realität zu missachten. Wir raten nur die Gewichtung ganz bewusst auf das Licht- und Liebevolle zu halten. Wir raten auch, wenn es euer Herz verlangt, dass ihr wirklich agiert. Du hast Spendenbereitschaft angesprochen, all das sind gute Taten der Nächstenliebe, des Mitgefühls. Wo ihr agieren könnt, da tut es, aber diese innere Gewichtung ist noch viel effektiver. Wenn ihr für Menschen betet in Krisengebieten, wenn ihr ihnen Licht und Liebe sendet, nachdem ihr euch zuvor mit diesem Licht und dieser Liebe angefüllt habt, dann tut ihr gute Werke der Nächstenliebe, des Mitgefühls. Denn natürlich fühlt ihr mit, aber das Mitleiden bringt niemandem etwas.

Vielen Dank! Gibt es noch etwas, was du uns zu diesem Thema sagen willst? 

Ihr Lieben! Diese Welt ist geschaffen, um ein Lernfeld zu sein und nicht alle Menschen befinden sich in der gleichen Seelenentwicklungsreife und so ist es gang und gebe, dass junge Seelen dieses Spielfeld nutzen für eigene Zwecke der Macht, des Einflusses, der Dominanz. All dies wird von den göttlichen Eltern gewährt, weil Gott den freien Willen gegeben hat, allen seinen Geschöpfen. Und so seid nachsichtig! Es ist schwer, das wissen wir. Auch wir trauern mit den Menschen die leiden, aber was wisst ihr, was der göttliche Vater, die göttliche Mutter geplant hat?

Was wisst ihr, wie diese Menschen durch ihre Taten oder durch ihr Leiden in ihrer Entwicklung entweder vorankommen oder nötige Lernaufgaben erleben? Es ist alles sehr stark und geheimnisvoll vernetzt und alleine weil schlimme Dinge geschehen, heißt das nicht, dass diese nicht in Gottes großem Plan gut sind. Auch das mag einen Aufschrei provozieren, aber wir sagen euch: Krisen sind Entwicklungsmöglichkeiten und der göttliche Vater, die göttliche Mutter wollen, dass ihr euch entwickelt. Es ist also für euch dieser Entwicklungsschritt immer möglich: In der Liebe zu bleiben, im Licht zu bleiben, im Vertrauen zu bleiben, dass göttliche Weisheit weiß, was sie tut.

Seid gesegnet!

Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

Das könnte Sie auch interessieren
Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Vielen herzlichen DANK für diese wundervolle und kostbare Botschaft an DICH lieber St. Germain und an EUCH beide liebe Gaby und lieber Siegfried!!!
    Namaste Laisa

  2. Als einer, der erst sehr spät aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, und seitdem in im Glauben eine neue Ausrichtung gesucht und gefunden hat, möchte ich hervorheben, wie wertvoll die Beiträge der Geistigen Welt für den einzelnen Fragenden und die Menschen in ihren Organisationen sein können. Dieser letzte Beitrag ist wie ein passender Puzzle in einem gesamtheitlichen Mosaik.
    Weiter so !
    Liebe Grüße
    Klaus

  3. Danke für Eure Arbeit und Eure Mühe. Danke für diese Botschaften, die Fragen beantworten, mit denen sicherlich viele Mitmenschen konfrontiert sind!
    Danke!
    Hans Rieckmann

  4. Danke Gaby und Siegfried, dass Ihr uns immer wieder mit wunderbaren Nachrichten beglückt. Als medial Begabte werde ich oft angegriffen, wenn ich auf „negative“ Geschehnisse aufmerksam machen möchte, da viele meiner spirituellen Mitmenschen diese Seite unserer Existenz nicht wahr haben wollen. Sie schauen weg, als würde es diese Energien nicht geben. Meine Versuche, einen guten Weg aufzuzeigen, indem wir uns mit beiden Seiten beschäftigen, dabei aber unsere Mitte leben, wollen oft nicht angenommen werden. Darum meinen besonderen Dank an Euch für diese klaren Worte; ich werde sie an die Menschen weitergeben, die einseitig denken und handeln.
    Sonnige Grüße von ELKE

  5. Liebe Gaby und lieber Siegfried,
    Ein tief empfundenes Dankeschön an euch und natürlich auch an den großen Meister Saint Germain, der wissend und weise mit klaren Worten unsere Unsicherheit und Verwirrung auslöscht und uns zurückführt auf den wahren Weg der Erkenntnis und Transformation.
    Namaste
    Waltraud Ghobrial

  6. liebe gaby, lieber siegfried,

    vielen herzlichen dank für euren MUT, diesen beitrag zu posten. ich weiss aus eigener erfahrung, wie kontrovers diese übergeordnete sicht teilweise aufgenommen wird. wie schwer es den menschen fällt, das grosse ganze – und damit auch (die leider noch notwendige) existenz von schmerz und angst zur transformation zu akzeptieren. eure gechannelten botschaften sind für mich stets eine besondere freude, wie kleine lichtlein am wegesrand. danke. gott segne euch.
    herzliche grüsse, evelin

  7. Hallo, ich bin auch ein begeisterter Leser eurer Berichte. Ich war früher im Spitzensport tätig und wie ihr wisst sind fast alle Sportler sehr gläubig. Nachdem ich katholisch getauft wurde (bin in der Zwischenzeit ausgetreten) war ich der Meinung, wenn ich vor einem Rennen nicht in die Kirche gehe, kann ich nicht gewinnen. Nachdem die Top-Platzierungen ausblieben und ich in einem Land an den Start ging wo es keine katholische Kirche gab und dann tatsächlich meinen ersten Sieg errang wurde ich nachdenklich und habe angefangen über’s Leben, die wahren Werte usw. nachzudenken und mich mit der spirituellen und geistigen Welt zu befassen. Unterstützt wurde ich von meinem Bruder der überzeugter „Zeuge Jehovas“ war und durch die Literatur (zB. Franz Bardon etc) in, wie ihr sie nennt „Geistige Welt“ eingestiegen ist.

    In der Zwischenzeit bin ich auch überzeugt, daß durch positiv geistiges Verhalten viel erreicht werden kann, auch wenn es nicht immer leicht ist. Deshalb sind eure Berichte für mich immer wieder eine Hilfe und neue Motivation!

    In diesem Sinne
    GlG Karl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top

Mit einem Freund teilen